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Hinweise zum konzeptionellen Erstellen einer CD-Rom

Dieses Dokument soll helfen, wenn bestimmte Dokumente, z. B. auch Dissertationen oder Diplomarbeiten, zu Präsentations-, Dokumentations- oder auch Werbezwecken auf eine CD zu brennen sind. Dabei wird darauf Wert gelegt, dass die erstellte CD möglichst plattformunabhängig ist, d.h. die CD sollte unter Windows, Unix (auch Linux), MacOS oder anderen Betriebssystemen benutzbar sein. Hierbei wird nur auf die Dokumentationsseite - hauptsächlich mit HTML-Dateien - eingegangen und nur in geringem Maße auf strukturelles Design.

Grundlegendes

  1. Damit eine CD auf möglichst vielen Betriebssystemen lesbar ist, sollte diese im sogenannten ISO9660-Format gebrannt werden (das ist das unter Windows übliche Daten-CD-Rom-Format). Dieses Format kann von den meisten Betriebssystemen gelesen werden, darunter Windows, Unix und MacOS.
  2. Gemäß ISO9660 verwendet man für Dateinamen ausschließlich die 8.3-Form, d.h. maximal acht Zeichen, optional gefolgt von einem Punkt und maximal weiteren drei Zeichen. Bei Verzeichnisnamen sollte man sich auf acht Zeichen beschränken. Zulässige Zeichen sind die Kleinbuchstaben a - z (keine Umlaute oder 'ß'), die Ziffern und das Zeichen '_' (also auch keinen Bindestrich).
    Andere Dateinamen werden z.B. von Windows 3.x und MacOS auf einer ISO9660-CD nicht verstanden!
  3. Die Dateinamen sollten komplett mit Kleinbuchstaben geschrieben werden!
    Achtung: Sind unter Windows in einem Dateinamen keine Kleinbuchstaben enthalten, werden in der Voreinstellung alle Buchstaben bis auf das erste Zeichen als Kleinbuchstaben dargestellt. Eine Datei 'START.HTM' wird als 'Start.htm' angezeigt. Ändert man das 'S' in 's', heißt die Datei dann 'start.htm'.
  4. Nicht mehr als acht Verzeichnisverschachtelungen (Unterverzeichnisse) anlegen, da dies nicht ISO9660 entspräche. Also z.B. kein Verzeichnisbaum \t1\t2\t3\t4\t5\t6\t7\t8\t9\ anlegen. t8 wäre noch OK, t9 dagegen kann Probleme verursachen.
  5. Es sollte immer eine Datei 'readme.txt' (oder wer es lieber deutsch mag 'liesmich.txt') geben, die wichtige einleitende Hinweise (evtl. Installation oder Benutzung) zu der CD gibt.

Dateiformate

Text-Dateien

Text-Dateien sollten die Endung '.txt' haben. Außerdem sollten sie dem DOS/Windows-Text-Format entsprechen, also nicht dem Macintosh oder Unix-Format. Macintosh und Unix-Systeme können diese Dateien dennoch brauchbar anzeigen.

Wenn möglich, sollte man sich auf den ASCII-Zeichensatz beschränken. Will man jedoch weitere Zeichen (z.B. Umlaute) verwenden,sollte man ein Format nach ISO-8859 oder Unicode benutzen. Diese sind auch unter vielen anderen Betriebssystemen lesbar.

HTML-Dateien und Bilder

Weit verbreitet ist das HTML-Dateiformat. Dieses lässt sich anzeigen, sofern ein HTML-Browser vorhanden ist.

Man kann also seine Dokumentation komplett in HTML verfassen. Um möglichst viele HTML-Browser zu unterstützen, sollte man - soweit möglich - auf ausgefallene oder sehr spezielle HTML-Tags verzichten. Auch sollte man berücksichtigen, dass nicht jeder Browser das Ausführen von JavaScript oder Java gestattet und daher - wiederum soweit möglich - darauf verzichten.

Auch HTML-Dateien sollten - wie alle anderen Dateien auch - in der 8.3-Form abgelegt werden, also mit der Dateiendung '.htm' und nicht '.html'.

Für Bilder eignen sich dabei die Bildformate JPEG (.jpg), GIF (.gif) und PNG (.png), da diese ebenfalls von den HTML-Browsern angezeigt werden können.

HTML-Dateien haben den Nachteil, dass das Layout nicht hundertprozentig festgeschrieben werden kann, da die HTML-Browser diese Dateien unterschiedlich interpretieren und damit auch unterschiedlich anzeigen können. Wenn man großen Wert auf ein festes Design legt, sollte man PDF-Dateien verwenden, wie im nächsten Kapitel beschrieben.

PDF-Dateien

Die Fa. Adobe entwickelte das Portable Document Format (PDF).

Zum Erstellen von PDF-Dateien benötigt man das kommerzielle Produkt Acrobat Writer von Adobe. Es gibt aber auch kostenloses Programme dazu. Meist ist auch die Erzeugung über die Druckerschnittstelle möglich.

Zum Anschauen der PDF-Dateien gibt es für viele Betriebssysteme geeignete Viewer, die zum Teil auch eine PlugIn-Funktion für WWW-Browser enthalten, z.B. den kostenlosen Adobe Reader. Man kann also durchaus von einer HTML-Übersichtsseite auf PDF-Dokumente verknüpfen.

PDF-Dokumente haben die Vorteile, dass das Layout fixiert werden kann und dass der Inhalt nicht ohne Weiteres verändert werden kann.

Microsoft-Office-Dateiformate, z.B. Word-Format

Auch für diese Formate gibt es von Microsoft kostenlos herunterladbare Viewer.

Von der Verwendung dieser Dateiformate ist jedoch abzuraten! Man legt sich damit zu sehr auf ein Betriebssystem fest.

Der gravierendste Nachteil ist jedoch der, dass (Beispiel Word) die Dateien auch längst im Text gelöschte Informationen enthalten können (Schnellspeicherfunktion), die man zwar zunächst nicht sieht, aber durchaus sichtbar machen kann. Eventuell gibt man somit Informationen weiter, die dafür nicht bestimmt sind.
Bei einigen Word-Viewern (z.B. unter Unix) kann es auch passieren, dass überhaupt nur eine ältere Version des Textes angezeigt wird, weil der Viewer evtl. nicht hundertprozentig Word-kompatibel ist!
Ausserdem können Office-Dokumente natürlich sehr leicht weiterverwendet und verfälscht werden.

Multimedia-Dateiformate

Die drei bekanntesten Viewer für Multimedia-Dateien sind:

- Windows Media Player (bei Windows dabei)
- RealPlayer Basic (Fa. Real)
- QuickTime Player (Fa. Apple)

Unterstützte Plattformen für alle drei Player sind Windows, MacOS X und einige UNIX-Varianten. Sie lassen sich auch als PlugIn für WWW-Browser verwenden. Es werden viele Dateiformate unterstützt.

Die einfachen Player sind kostenlos herunterladbar. Daneben gibt es noch kostenpflichtige Varianten, die einen höheren Leistungsumfang haben.

Auf der CD-Rom sollten Hinweise zu finden sein, wo die Player heruntergeladen werden können (wie oben). Bei nicht gängigen Formaten ist es vielleicht besser, auf der CD-Rom die benötigten Viewer für verschiedene Plattformen zur Verfügung zu stellen.


Strukturierung der CD

Bei der Strukturierung der CD sollte man darauf achten, dass das Wurzelverzeichnis der CD nur die allernotwendigsten Dateien enthält. Alles was nicht direkt beim Start der CD benötigt wird, sollte man in selbsterklärende Unterverzeichnisse legen, z.B. 'doku' für Dokumentation, 'software' für Software etc. Im Wurzelverzeichnis sollten sein:

  • eine Datei 'readme.txt' oder 'liesmich.txt',
  • eine Datei 'start.htm' (z.B.) als Startpunkt der HTML-Dokumentation,
    aber keine Dateien oder Bilder, die von 'start.htm' referenziert werden (z.B. Logos),
  • evtl. für die Autorun-Funktion bei 32-Bit-Windows benötigte Dateien (s.u.).

Referenzierung bei HTML-Dateien

Benutzen Sie immer Kleinbuchstaben in den Verknüpfungen (links) innerhalb der HTML-Dateien!

Benutzen Sie als Verzeichnis-Trennzeichen in den Referenzierungen immer '/'! (Nicht '\', wie unter Windows üblich.)

Referenzieren Sie immer ganze Dateinamen und nicht nur Verzeichnisse, außer Sie wollen explizit den Verzeichnisinhalt anzeigen!

Die Referenzierungen sollten immer relativ und niemals absolut erfolgen! Absolute Referenzierungen funktionieren nicht unter MacOS.

Beispiel 1: Sie wollen von der Datei 'start.htm' im Wurzelverzeichnis der CD auf ein Logo 'logo.gif' im Verzeichnis '\doku\logos\' verweisen, dann sollten Sie 'doku/logos/logo.gif' benutzen.
Beispiel 2: Sie wollen von einer Datei 'zurueck.htm' im Verzeichnis '\doku\weiter\' auf die Datei 'start.htm' im Wurzelverzeichnis der CD verweisen, dann benutzen Sie '../../start.htm'.
Relative Adressierung hat auch den Vorteil, dass man den ganzen HTML-Dokumentationsbaum in einem Unterverzeichnis auf der eigenen Festplatte pflegen kann. Er kann von der CD z.B. auf ein Netzlaufwerk verschoben werden, ohne dass Anpassungen nötig werden.

Autorun-Funktion bei 32-Bit-Windows

Unter Windows kann man die sogenannte Autorun-Funktion verwenden. Diese bewirkt, dass beim Einlegen der CD-Rom automatisch ein Programm gestartet wird.
Mit der Autorun-Funktion kann man auch das Symbol (Icon) festlegen, mit dem die CD im Windows-Explorer oder im 'Arbeitsplatz' erscheint.

Um diese Funktion zu nutzen, muss man lediglich eine Datei 'autorun.inf' im Wurzelverzeichnis der CD-Rom mit (z.B.) folgendem Inhalt ablegen (Download: 'autorun.inf'):

[autorun]
OPEN=startinf.exe
ICON=startinf.exe

Dabei wird das Programm 'startinf.exe' aus dem Wurzelverzeichnis der CD-Rom gestartet. Als Symbol wird das der Datei 'startinf.exe' benutzt. Hier kann natürlich auch ein selbsterstelltes Symbol, z.B. 'logo.ico', das im Verzeichnis '\doku\logos\' liegt, angegeben werden. Die entsprechende Zeile müsste dann folgendermaßen lauten:

ICON=doku\logos\logo.ico

Wenn man zusätzlich Windows NT4 auf Alpha-Prozessoren unterstützen will, kann man folgende Zeilen zusätzlich in der 'autorun.inf'-Datei ergänzen:

[AutoRun.Alpha]
open= ... .exe
ICON= ... .exe

Die Datei 'autorun.inf' kann (und sollte) als versteckte Datei auf die CD-Rom gebrannt werden. Dazu muss man im Windows-Explorer (natürlich bevor man die Datei auf die CD gebrannt hat!) die Datei mit der rechten Maustaste anklicken, 'Eigenschaften' auswählen und unter 'Allgemein' die Option 'Versteckt' anklicken. Mit 'OK' bestätigen.

Anzeigen einer Informationsseite:

Sie können hier eine frei benutzbares Programm 'startinf.exe' herunterladen, mit dem automatisch eine Datei 'start.htm' oder eine Datei 'start.txt' (je nachdem, welche der Dateien im Wurzelverzeichnis der CD-Rom vorhanden ist) mit dem entsprechenden Programm (WWW-Browser bzw. Texteditor) angezeigt wird. Dieses Programm benötigt noch die Bibliothek 'wbdbp16i.dll':

Download: 'startinf.exe', 'wbdbp16i.dll'

Die Datei 'wbdbp16i.dll' muss im selben Verzeichnis wie 'startinf.exe' (Wurzelverzeichnis) abgelegt werden. Sie kann aber - wie auch 'autorun.inf' - als 'versteckt' markiert werden.

Zusammenfassung:

Legen Sie die Dateien 'autorun.inf', 'startinf.exe' und 'wbdbp16i.dll' in das Wurzelverzeichnis der CD-Rom. (Die Dateien 'autorun.inf' und 'wbdbp16i.dll' können versteckte Dateien sein.) Legen Sie eine HTML-Datei 'start.htm' dazu. Fertig ist die Autorun-Unterstützung.

Dauerhaftes Aus-/Einschalten von Autorun (nicht bei allen Windows-Versionen):

Start -> [Einstellungen] -> Systemsteuerung -> System -> [Hardware] -> Geräte-Manager

Dort sein CD-Rom-Laufwerk, das unter dem Eintrag 'CD-Rom' steht, auswählen (markieren) und auf 'Eigenschaften' klicken. Dort unter 'Einstellungen' den Punkt 'Automatische Benachrichtigung beim Wechsel' deaktivieren bzw. aktivieren und anschließend alle Fenster durch Klicken auf 'OK' wieder schließen.

Überspringen von Autorun:

Während des Einlegens der CD-Rom muss man die 'Shift'-Taste gedrückt halten (nicht zu kurz).