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Videoschnitt mit Adobe Premiere

Adobe Premiere ist ein weit verbreitetes Programm für den digitalen Videoschnitt am PC. Diese Einführung zeigt Ihnen die wesentlichen Arbeitsschritte des Videoschnitts mit Premiere, das Übertragen des Film von analogem oder digitalem Videoband zum Rechner, die Bearbeitung und den Export zurück auf Band.

Für die Bearbeitung von Videomaterial mit dem Videoschnittprogramm Adobe Premiere stehen im Multimedialabor des LRZ zwei Schnittplätze zur Verfügung, bestehend aus

Power Mac mit DVD-Brenner
DV-Rekorder
S-VHS-Rekorder
Video-Kontrollmonitore
Digital/Analog-Konverter

Diese Ausstattung erlaubt, sowohl analoges Videomaterial (VHS- oder SVHS-Bänder) als auch digitales Videomaterial (miniDV-Kassetten) auf den Rechner zu überspielen. Nach der Bearbeitung des Videomaterials (wie z.B. Vertonung, Überblendung, Szenen herausschneiden, ...) kann der Film auf ein VHS-, SVHS- oder DV-Band geschrieben oder komprimiert und auf eine CD oder DVD gebrannt werden.

Der digitale Videoschnitt besteht in der Regel aus drei Schritten:

Capture
Das Filmmaterial vom Band auf den Rechner übertragen

Videoschnitt
Die eigentliche Bearbeitung des Filmes durch Wegschneiden, Hinzufügen, Umordnen von Szenen, Vertonung, Überblendungen und vieles mehr.

Export
Den fertigen Film auf Band aufzeichnen oder komprimieren und anschießend auf eine CD oder DVD brennen.


Capture

Vor dem Beginn der eigentlichen Arbeit sollten Sie die Bildschirmauflösung auf 1152x870 oder höher einstellen und den Bildschirmschoner deaktivieren. Starten Sie danach Premiere, Sie finden es im Ordner Programme. Als erstes erscheint das Fenster Projekteinstellungen laden:

(Hinweis: ein Klick auf die Abbildung zeigt eine vergrößerte Darstellung in einem neuen Fenster):

Wählen Sie die zu Ihrem Projekt passenden Einstellungen. Im Zweifelsfall wählen Sie DV-PAL Standard 48 kHz.

Das Programm-Fenster von Premiere

besteht im Wesentlichen aus den drei Einzelfenstern Projekt, Schnittfenster und Monitorfenster, die anschließend kurz beschrieben werden. Von den drei Fenstern ist immer nur eines aktiv, erkennbar an den leuchtenden Knöpfen am oberen linken Fensterrand. Ein Mausklick in eines der Fenster aktiviert dieses.

Als ersten wichtigen Schritt sichern Sie Ihr Projekt: Wählen Sie im Menü Ablage > Sichern unter.. und in der folgenden Dialogbox Sichern unter als Ablageort einen Ordner auf der internen Platte benutzerdaten, den Sie selbst anlegen. Am unteren Rand dieses Fensters sehen Sie auch gleich, wie viel Platz auf der Platte vorhanden ist. Für 5 Minuten Film werden ca. 1 GigaByte Plattenplatz benötigt.

Das Filmaufnahmefenster

Der Menüpunkt Ablage > Aufnehmen > Filmaufnahme

öffnet das Filmaufnahmefenster. Es dient dazu, die Filme vom Band auf den Rechner zu übertragen. Die auf den Rechner überspielten Filmaufnahmen werden Clips genannt.

Am rechten Rand des Filmaufnahmefensters werden unter Einstellungen die Aufnahmeeinstellungen und die Voreinstellungen angezeigt, die man jeweils über Bearbeiten.. ändern kann.

Das schwarze Dreieck oben rechts führt zu einem Aufklappmenü, in dem man ebenfalls die Aufnahmeeinstellungen ändern kann. Wenn das Filmaufnahmefenster nicht aktiv ist, können die Aufnahmeeinstellungen über den Menüpunkt Projekt > Projekteinstellungen geändert werden.

Die Aufnahmeeinstellungen beschreiben im wesentlichen die Video- und Audioquelle. Die empfohlenen Aufnahmeeinstellungen können Sie sich in einem separaten Fenster anzeigen lassen.

Die Voreinstellungen betreffen den Aufnahmeort und die Gerätesteuerung: Aufnahmeort ist der Ordner, in dem die auf den Rechner überspielten Clips gespeichert werden, er muss auf der internen Platte benutzerdaten liegen. Bei Gerätesteuerung wird eingestellt, ob der Videorekorder von Premiere aus, d.h. mit den Steuertasten am unteren Rand des Filmaufnahmefensters, gesteuert werden kann.

Als zweiten wichtigen Schritt klicken Sie bei den Voreinstellungen auf Bearbeiten.. und legen im Fenster Scratch Disks & Gerätesteuerung den Aufnahmeort und die gewünschte Gerätesteuerung (siehe weiter unten) fest. Es empfiehlt sich, einen Ordner innerhalb des Ablageortes Ihres Projekts zu wählen.

Die beiden Symbole in der unteren linken Fensterecke zeigen an, dass Video und Audio übertragen wird. Mit einem Klick auf die Symbole lässt sich die Video- bzw. Audioübertragung ein/ausschalten.
Falls Sie Filme von einem MiniDV-Band überspielen wollen, legen Sie das Band in den zu Ihrem Arbeitplatz gehörenden DV-Rekorder ein und schalten den daneben stehenden Kontrollmonitor ein. Bei Gerätesteuerung (siehe oben) wählen Sie DV-Gerätesteuerung 2.0. Der DV-Rekorder ist dann über die Tasten in der unteren linken Hälfte des Filmaufnahmefensters steuerbar.
Falls Sie Filme von einem S-VHS-Band überspielen wollen, legen Sie das Band in den S-VHS-Rekorder und schalten den auf der rechten Seite stehenden Kontrollmonitor ein. Bei Gerätesteuerung (siehe oben) wählen Sie Keine. Der S-VHS-Rekorder kann nicht vom Rechner aus gesteuert werden und muss manuell mit den Tasten am Gerät bedient werden. Für die Übertragung der Filmdaten ist zusätzlich noch der Konverter Formac studio dv nötig, der die analogen Videodaten digitalisiert. Da nur ein Konverter für die beiden Videoschnittarbeitsplätze zur Verfügung steht, kann es sein, dass Sie das Gerät erst an Ihren Arbeitplatz anschließen müssen. Nach dem Einschalten des Konverters müssen Sie gegebenenfalls mit Hilfe der Mode-Taste das mit A beschriftete Lämpchen zum Leuchten bringen.

Das Video sollte sowohl auf dem Kontrollmonitor als auch im Filmaufnahmefenster zu sehen sein. Positionieren Sie das Band kurz vor der Stelle, an der die Filmaufnahme beginnen soll. Starten Sie die Wiedergabe des Bandes und klicken Sie dann auf den roten Punkt am unteren Rand des Filmaufnahmefensters: Die Übertragung der Videodaten zum Rechner beginnt. Mit ESC oder nochmaligen Klick auf den roten Punkt wird die Übertragung beendet. Kurz darauf erscheint ein kleines Fenster, in dem Sie dem gerade überspielten Clip einen Namen geben können.

Nach dem Übertragen Ihrer Clips schließen Sie das Filmaufnahmefenster durch Klick auf den roten Punkt in der linken oberen Ecke.

Das Projektfenster

Sobald ein Clip auf den Rechner übertragen wurde, erscheint er im Projektfenster.

Der Name des Projektfensters zeigt auch den Namen Ihres Projektes, in unserem Beispiel video-film.


Videoschnitt

Adobe Premiere bietet sehr umfangreiche Möglichkeiten zur Videobearbeitung. Hilfe und Informationen finden Sie im aufliegenden Manual und in der Online-Hilfe. Als Beispiel sei hier nur kurz dargestellt, wie man Teile eines Clips (eine Anzahl Frames) wegschneidet.

Das Schnittfenster

Im Schnittfenster werden die Video- und Audiospuren des Projekts angezeigt. Hier findet die eigentliche Videobearbeitung statt.
Oben links finden Sie die Werkzeug-Palette.
Unten links finden Sie den Zeit-Zoomfaktor, ein Klick auf das Dreieck führt zu einer Auswahl von Einstellungen, mit denen die Anzeige der Clips im Schnittfenster (grün) gestaucht oder gestreckt werden kann.
Gleich daneben ist eine Leiste mit weiteren Optionen, mit denen das Programm konfiguriert werden kann.
Dieser Zeiger markiert die aktuelle Abspielposition im Clip. Er wird sichtbar und bewegt sich im Schnittfenster, sobald Sie das Video abspielen. Er lässt sich auch mit der Maus bewegen, man kann damit durch den Clip "scrollen".

Wählen Sie mit einem Mausklick einen Clip im Projektfenster und ziehen Sie ihn bei gedrückter Maustaste in das Schnittfenster in die Spur Video1. Falls Sie mehrere Clips im Projektfenster haben, platzieren Sie die gewünschten Clips nacheinander ins Schnittfenster. Falls Ihnen ein Fehler unterlaufen sollte, können Sie ihn mit Bearbeiten > ...widerrufen korrigieren. Sichern Sie zwischendurch Ihr Projekt durch Ablage > Sichern, damit Sie im Falle eines Fehlers wieder aufsetzen könnten.

Das Monitorfenster

Das Monitorfenster besteht in der Regel aus zwei Teilfenstern.

Das linke Fenster, mit Quelle bezeichnet, hat die Funktion eines Vorschaufensters. Zum Abspielen ziehen Sie mit der Maus den Clip vom Projektfenster auf das linke Fenster. Der Clip wird dadurch noch nicht in das Projekt übernommen.

Im rechten Fenster, mit Programm bezeichnet, sehen Sie das gerade bearbeitete Video, das sich im Schnittfenster befindet. Wenn Sie einen Clip aus dem Projektfenster auf das rechte Fenster ziehen, wird er sofort in das Projekt übernommen, d.h er wird automatisch in das Schnittfenster eingefügt.

Mit den Menüleisten unter den beiden Fenster steuern Sie das Abspielen der Clips und Ihres Videos. Sobald der Mauszeiger auf eines der Symbole bewegt wird, erhalten Sie eine kurze Erklärung seiner Funktion.

Nach diesen Vorbereitungen soll nun ein Teil aus einem Clip herausgeschnitten werden. Klicken Sie mit der Maus in das Schnittfenster, um es zu aktivieren.

Positionieren Sie den Zeiger des Schnittfensters auf das erste Frame, das herausgeschnitten werden soll. Zur Frame-genauen Positionierung eignen sich am besten die Cursorsteuertasten --> und <-- der Tastatur. In der Menüleiste des Programmfensters kann man in dem Feld die Position ablesen (Stunde:Minute:Sekunde:Frame), wobei Frame von 00 bis 24 läft.

Wählen Sie die Rasierklinge aus dem Werkzeugkasten, bewegen Sie die Maus genau über den Zeiger im Schnittfenster und klicken Sie einmal: der Clip wird an dieser Stelle durchgeschnitten. Genauso legen Sie den Endpunkt des zu löschenden Bereiches fest.

Wählen Sie dann das Auswahlwerkzeug und klicken Sie in den Bereich zwischen den beiden Schnittstellen. Wählen Sie den Menüpunkt Schnittfenster > Löschen und Lücke schließen und Ihr Clip ist um ein Stück kürzer.


Export

Ausgabe auf ein MiniDV-Band

Ablage > Schnittfenster exportieren > Auf Video ausgeben

öffnet nebenstehendes Fenster. Legen Sie das MiniDV-Band in den Rekorder, positionieren Sie an die gewünschte Stelle, drücken Sie am Gerät die beiden Tasten REC und PLAY und starten Sie mit einem Klick auf OK in Premiere die Übertragung Ihres Videofilmes auf das Band.

Komprimieren und in einer Datei speichern

Videos belegen sehr viel Platz auf der Festplatte: 5 Minuten Video entsprechen etwa 1 Gigabyte. Damit das Video auf einer CD oder DVD gespeichert oder im Internet bereit gestellt werden kann, muss das Filmmaterial zunächst komprimiert werden. Dazu sind eine Reihe verschiedener Codecs (Kompressoren) installiert, z.B. MPEG-4, Sorenson3, ...

Ablage > Schnittfenster exportieren > Film

führt zu einem Fenster, in dem Sie einen Namen und den Ablageordner für das Video auswählen. Klicken Sie in diesem Fenster zunächst auf die Schaltfläche Einstellungen und wählen Sie dann den gewünschten Codec. Die empfohlenen Einstellungen für den Filmexport können Sie in einem separaten Fenster sehen.