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Data Entry

Maskengesteuerte Dateneingabe, insbesonders für SPSS-Datensätze

Einführung

Die Schriftreihe "SPSS: Special Topics" enthält weiterführende Informationen zum LRZ-Kurs SPSS für Windows: Eine Einführung. Alle Beispiele und Übungen wurden in Zusammenhang mit dem Programm SPSS für Windows konzipiert: Grundkenntnisse der Bedienung dieses Programms sind daher vorausgesetzt.

Die vorliegende Schrift bietet ledliglich eine einfache Einführung in die Funktionalität und Steuerung des Programms Data Entry an. Sie und alle anderen Schriften dieser Reihe stellen keinen Ersatz für Statistiktexte oder Programm-Handbücher (siehe Literatur) dar, sondern ergänzen diese durch gezielt für die Kunden des LRZ zusammengestellte Erklärungen von häufig auftretenden Verständnis- und Anwendungsproblemen.

Übersicht

Das eigenständige Program SPSS Data Entry Builder dient zum Design und Drucken von Fragebögen, vor allem aber zur Datenerfassung am Bildschirm über eine Maske, die typischerweise nichts anderes ist als der mittels Data Entry ebenfalls am Bildschirm entworfene Fragebogen.

Das Programm ist als Teil der SPSS-Campuslizenz des LRZ erhältlich.

Data Entry unterstützt unter anderem:

  • Logische Überprüfungen der Daten, die entweder bei einem schon bestehenden Datensatz angewendet oder gleich bei der Dateneingabe aktiviert werden können. Hat man zum Beispiel Daten von Gymnasiasten zu erfassen, so könnte man gleich bei der Dateineingabe überprüfen, dass das eingegebene Alter zwischen 10 und 21 liegt und, falls nicht, eine Meldung ausgeben.
  • Das Überspringen von für bestimmte Fälle irrelevanten Fragen. Beispiel: Ein Frauenarzt befragt Ehepaare, wobei jedoch die meisten Fragen nur Frauen betreffen. Ist der Befragte ein Mann, so werden die frauen-spezifischen Fragen automatisch bei der Datenerfassung übersprungen.
  • Mehrere Versionen eines Bogens, die alle zumindest teilweise die selben Variablen messen. Dabei können auch Fragen bei bestimmten Versionen des Bogens "unsichtbar" gestaltet werden. Beispiel: Sowohl Patienten als auch Ärzte liefern Daten für eine Studie. Einige Fragen werden nur von Ärzten ausgefüllt, die meisten sind jedoch für Patienten und Ärzte bestimmt. Die arztspezifischen Fragen können in der Patientenvariante des Bogens ausgeblendet werden.

Sowohl Data Entry als auch das Statistikpaket SPSS arbeiten auf der Basis von SPSS-internen Datenbeständen (für Kenner: .sav -oder auch SPSS-System-Dateien): Sämtliche, von beiden Paketen benötigten Informationen werden in diesem Datenbestand gespeichert. Entwickelt man mit Data Entry einen Fragebogen und erfasst man damit Daten, so entsteht ein SPSS-Datensatz, der unmittelbar in der üblichen Weise von SPSS bearbeitet werden kann. Hat man mit SPSS einen Datensatz definiert, so kann man daraus mit Hilfe von Data Entry einen Fragebogen generieren. Ein und derselbe Datensatz enthält sämtliche, von beiden Paketen benötigten Informationen.

Grundbegriffe: Fragen und Variablen

Den Begriff Variable kennt jeder SPSS-Anwender - zur Erinnerung: Im folgenden Diagramm sieht man ein SPSS-Datenfenster mit einem Ausschnitt eines Datensatzes von Schulkindern:

Die Spalten (bogen, schultyp, alter, ...) dieses Datensatzes enthalten pro Schüler (pro Reihe der Tabelle) Daten zu den Variablen "Fragebogennummer", "Schultyp", "Alter des Schülers in Jahren" usw. Die beobachteten Werte variieren (daher die Bezeichnung "Variable"): Zum Beispiel ist der erste Schüler in diesem Datensatz 15 Jahre alt, der zweite 17, der dritte 16 und so weiter. Der Begriff "Alter" bleibt aber konstant: Diese gesamte Spalte zur Variablen alter enthält ausschließlich die variierenden Altersangaben der Kinder.

Ein entsprechendes Fragebogen-Item könnte so aussehen:

In der Terminologie von Data Entry wird diese Frage mit der Variablen alter "verbunden" ("bound to the variable"). Daten zu solchenVariablen werden mittels solchen Fragen erfasst und automatisch in einer SPSS-Systemdatei eingetragen.

Grundbegriffe: Verbindung zwischen SPSS und Data Entry

SPSS und Data Entry arbeiten also mit einem und demselben Datenbestand. Auf der SPSS-Seite erscheint dieser Datenbestand in der typischen, bekannten Form eines SPSS-Datenfensters. Wie Daten aus der Sicht von Data Entry aussehen, lernen wir in dieser Schrift.

Wichtig (und bequem) bleibt die Tatsache, dass beide Programme sowohl als komplett eigenständige Programme als auch in Verbindung miteinander benutzt werden können:

  • innerhalb von SPSS und unabhängig von Data Entry können Daten statistisch verarbeitet werden;
  • innerhalb von Data Entry und unabhängig von SPSS können Fragebögen entworfen, gedruckt und Daten gesammelt werden;
  • mit beiden Paketen (SPSS und/oder Data Entry) können Daten erfasst und verändert werden: Aus einem bestehenden SPSS-Datensatz kann ein Fragebogen mit der Hilfe von Data Entry bequem gestaltet, und mittels eines von Data Entry erzeugten Fragebogens als Maske können SPSS-Datensätze erfasst werden.

Erzeugen eines Fragebogens über SPSS-Datendefinitionen

Für SPSS-Erfahrene fällt sicherlich die schon bekannte Datendefinition mittels SPSS leichter als der ebenso einfach aber etwas ungewohnte Weg über Data Entry. Dieser Teil der Schrift beschreibt diesen Vorgang.

Definieren Sie innerhalb der SPSS-Umgebung folgende Variablen:

<

Name

Messqualität

Typ*

Nachkomma-stellen

Variablen-Etikett

Ausprägungs-Etikette

name

nominal

string

     

alter

scale

numeric

keine

   

intsport

nominal

numeric

keine

 

0: nein

1: ja

fussball

nominal

numeric

keine

Fußball

0: nein

1: ja

tennis

nominal

numeric

keine

Tennis

0: nein

1: ja

rad

nominal

numeric

keine

Rad Fahren

0: nein

1: ja

* string = Zeichenkette der Länge 8; numeric = numerische Variable

Diese Variablen sind Teil eines fiktiven Fragebogens zur Befragung von Schülern zwischen 12 und 19 Jahre alt zu ihrer Freizeigestaltung. Speichern Sie diese Datei unter dem Namen DE.sav und schließen Sie die SPSS-Sitzung!

Starten Sie (mittels Doppelklick) den Data Entry Builder. Es erscheinen zwei Fenster:

Das Form- ( Formular-)Fenster dient zunächst (im Design-Modus: siehe die Statuszeile unten) zur Gestaltung des Fragebogens.

Im Builder- (Bau-)Fenster kann auf die Objekte (zunächst Dateien und Variablen) der Datei zugegriffen werden:

Im Builder-Fenster öffnen Sie (über File + Open oder über das Windows-übliche Werkzeug) die gerade erzeugte Datei DE.sav: Die oberste Zeilen beider Fenster zeigen diesen Dateinamen nun an. Über View + Variables im Builder-Fenster können Sie die Variablendefinitionen inspizieren:

Diese Variablenliste (unter Variable/Set) ist in alphabetischer Reihenfolge sortiert; die Spalte File Order gibt die Reihe des Erscheinens in der Datei wieder.

Data Entry kann sowohl diese Definitionen verändern als auch neue hinzufügen.

Gestaltung eines Fragebogens / einer Maske für die Dateneingabe

Wechseln Sie nun zum Form-Fenster, um dort einen passenden Fragebogen zu erzeugen.

Eingabe von fragen-unabhängigem Text (Überschriften u.ä.)

Über View + Toolbox im Form-Fenster öffnen Sie das Design-spezifische Werkzeugkasten.

Klicken Sie das Text-Werkzeug an (das große 'A' in der Mitte der dritten Reihe) und bringen Sie den Cursor in den Formularteil des Fensters. Die Darstellung des Cursors ändert sich so, dass seine aktuelle Funktionalität verdeutlicht wird.

Positionieren Sie den Cursor oben links im Fragebogenfenster und klicken Sie. Markieren Sie durch Doppelklick die vorgegebene Angabe Text und geben Sie folgende Überschrift ein:

Beispielfragebogen des Leibniz-Rechenzentrums

Der gesamte Text kann erst nach Justierung der Fenstergröße angezeigt werden: Klicken Sie den mittleren schwarzen Punkt am rechten Rand des Feldes und mit gedrückter (linker) Maustaste ziehen Sie diesen Punkt so, dass der gesamte Text erscheint. Die Platzierung dieses Textfeldes kann durch einmaliges Klicken innerhalb des Feldes und anschließendes Ziehen mit gedrückter Maustaste zur gewünschten Position bewegt werden.

Die Veränderung der Schriftgröße bzw. des Schriftbildes geschieht über das Properties- (Eigenschafts-) Fenster, das man entweder mit rechtem Mausklick im zu ändernden Objekt oder aber durch Markieren des Objekts und anschließend über View + Properties aktiviert:

Ändern Sie die Schriftgröße (Font + Font grade) zu 14, zentrieren Sie (mittels Horizontal Alignment + Center) den Text und justieren Sie die Größe und Platzierung des Textfensters! Schließen Sie das Properties-Fenster!

Ihre Überschrift müsste jetzt in etwa so aussehen:

Definition von Variablen mit Klartext-Antworten

Ziehen Sie aus dem Builder-Fenster (im View Variable-Modus) die Variable name in das Form-Fenster. Ändern Sie den Fragentext zu

Bitte geben Sie Ihren Nachnamen ein!

Ändern Sie die Größe sowohl des gesamten Fensters als auch anschließend der Subfenster. Aktivieren Sie (zum Beispile über View + Properties) das Properties-Steuerfenster: Über Border Style selektieren Sie Box, und über Properties + Special Effect die Auswahl sunken; so dass diese Frage nun so aussieht:

Diese Informationen werden gleichzeitig im Datenbestand gespeichert: Doppelklicken Sie im Builder-Fenster die Variable name an. Unter dem Reiter General steht Ihr Fragentext; wenn Sie nun das Kästchen neben dem Text Link with variable label ankreuzen, so wird der Text dieser Frage als Variablenetikett in den Datenbestand übernommen (und wenn Sie die Datei wieder in SPSS verwenden, enthält selbstverständlich auch dort das Etikett diese neuen Formulierung). Mit Close schließen Sie den Vorgang ab.

Ziehen Sie nun die Variable alter vom Builder- ins Form-Fenster und gestalten Sie die Frage so, dass die Frage in etwa wie folgt aussieht:

Definition von Prüfregeln

Unsere Befragung wurde für Schüler zwischen 12 und 19 Jahren konzipiert. Data Entry unterstützt unter dem Begriff Rules (Regeln) die Möglichkeit, die Korrektheit der Daten schon beim Eintragen (und selbstverständlich auch nachträglich bei einem schon eingetragenen Datenbestand) zu überprüfen.

Im Builder-Fenster klicken sie auf Rules + Rule Wizard... und selektieren Sie Validates a single variable (Validation) (Validierung einer einzelnen Variablen). Über den Knopf Weiter > erreichen Sie folgendes Fenster:

(Die Breite der Spalten im Variables-Subfenster kann durch Ziehen der Ränder der Überschriftsbalken verändert werden.)

Rechts in diesem Fenster (Action for an invalid entry) können Sie bestimmen, wie eine falsche Eingabe gekennzeichnet wird: Akustisch (Sound); durch eine Standardfehlermeldung (Standard alert message); oder durch eine eigene Fehlermeldung, die im unteren Subfenster rechts eingegeben werden kann (Custom alert message). Wir belassen die Einstellung in diesem Fall bei der akustischen Warnung.

Klicken Sie das Kästchen neben der Variablen alter und dann den Knopf Weiter >. Unter Which values are valid (welche Werte sind zulässig) selektieren Sie Values which are labeled or response items (Werte, die etikettiert sind oder eingetragen werden) sowie System missing value (system-interne Darstellung für fehlende Werte): Zunächst werden demnach alle eingegeben Werte und das nicht Ausfüllen des Feldes als legale Eingaben akzeptiert. Unter Range of values: schränken Sie dies weiter ein: Geben Sie für die untere akzeptable Grenze (Lower bound) 12, für die obere (Upper bound) 19 ein. Klicken Sie auch das Kästchen neben All values must be whole numbers (alle Werte enthalten ganze Zahlen ohne Nachkommastellen) an.

Dieses Variablenvalidierungs-Fenster sollte nun so aussehen:

Über Fertigstellen führen Sie diese Definitionen durch.

Inspizieren Sie nun im Builder-Fenster durch Doppelklick die Variablendefinitionen zur Variablen intsport. Unter dem Reiter General ändern Sie das Variablenettikett (Variable label) in "Interessieren Sie sich für Sport?" und verbinden Sie dieses Etikett durch Anklicken des Kästchens Link with variable label mit dem Fragebogentext. Unter Valid Values selektieren Sie, wie oben, Values which are labeled or response items sowie System-missing value und selektieren Sie auch hier All values must be whole numbers. Verbinden Sie (unter dem Reiter Values) durch Anklicken der Verbindungskästchen (Link) die Ausprägungsetikette (Value label) mit den im Fragebogen zu erscheinenden Antworten (Response Item):

Schließen Sie das Variable Properties-Fenster.

Fragen mit Antwortalternativen

Ziehen Sie nun die Variablen intsport in das Form-Fenster und justieren Sie dem Text enstprechend das Fragensubfenster:

Fragen mit Mehrfachantworten

Die Variablen fussball, tennis und rad gehören zu einer logisch übergeordneten Frage:

An welchen der folgenden Sportarten nehmen Sie aktiv Teil?

Bitte ankreuzen! (Mehrfachantworten sind möglich!)

Fußball

Tennis

Rad Fahren

In der Terminologie von SPSS heißt eine solche Fragengruppe Set (Menge), die einzelnen Teilfragen Members (Mitglieder) dieser Menge. Die Definition solcher Fragen mit Mehrfachantworten innerhalb von Data Entry geschieht im Builder-Fenster über Insert + Multiple Response Set + Dichotomies... (dichotome Variablen: Solche, die lediglich zwei Antwortmöglichkeiten aufweisen). Unter Members klicken Sie fussball, rad und tennis an:

Unter dem Reiter General ändern sie den Set- (und Alias-) Namen in aktiv und definieren Sie den Fragentext (Question text) wie folgt (das Zeilenende innerhalb des Texts wird mit den Ctrl- (Strg-) und Enter-Tasten realisiert):

An welchen der folgenden Sportarten nehmen Sie aktiv Teil?

Bitte ankreuzen! (Mehrfachantworten sind möglich!):

Mit Close wird die Definition durchgeführt, und der Set-Name $aktiv erscheint in der Variablenliste (alle Set-Namen beginnen automatisch mit '$').

Ziehen Sie nun diese Variable $aktiv ins Form-Fenster. Nach passender Justierung des Fensters sieht die Frage nun so aus:

Um diese Frage im Dateneingabemodus zu beantworten müsste zunächst der Pfeil-nach-unten angeklickt und erst dann die Antwort (Ja oder Nein) ausgewählt werden. Falls diese Voreinstellung des Fragentyps nicht gefällt, so können Sie Ihre eigene Auswahl dadurch treffen, dass sie die betroffene Variable mit der rechten Maustaste aus dem Builder- in das Form-Fenster ziehen.

Vom Builder-Fenster (nach View + Variables) aus ziehen Sie mit der rechten Maustaste diesen Set $aktiv in das Form-Fenster und wählen Sie den gewünschten Steuertyp (für dieses Beispiel: Check Box Question) aus dem Steuerfenster.

Justieren Sie die Gestaltung der Frage, erzeugen Sie (im Form-Fenster mit dem Werkzeug 'A') ein Textfeld mit dem Inhalt Falls 'ja' und positionieren Sie beide Fenster (Mehrfachfrage und überlagerten Text) so, dass diese Frage so aussieht:

(Die erste Fassung dieser Frage kann natürlich gelöscht werden.)

Definition einer Sprungregel

Diese Antwortmenge ($aktiv) wird nur dann beantwortet, falls die frühere Frage "Interessieren Sie sich für Sport" bejaht wurde. Interessiert sich die befrage Person für Sport nicht, so kann diese gesamte Fragengruppe übersprungen werden. Dies geschieht über Skip & Fill (Überspringen und Ausfüllen) im Rule Wizard. Aus dem Builder- oder Form-Fenster wählen Sie Rules + Rule Wizard... und dann Sets values of variables, and skips to questions (belegt Variablen mit bestimmten Werten, und springt zu bestimmten Fragen). Drücken Sie Weiter >. Markieren Sie das Kästchen neben intsport (erkennbar am Fragentext als die dritte Frage - Question 3) und klicken Sie Weiter >.

Im oberen If-Teil des nun erscheinenden Fensters wählen Sie unter Variables intsport, unter Operators == aus, und unter Values geben Sie 0 ein. Dieser Teil des Fensters sieht nun so aus:

(Der Ausdruck [Vars.INTSPORT.Value == 0] ist der interne Befehl zur Realisierung dieser Bedingung: Wer die Steuersprache JScript kennt, kann solche Befehle selbst programmieren: Sehen Sie dazu die Literatur.).

Diese Bedingung (im Klartext: "Die Antwort auf die Variable intsport ist Null") wird bei der Dateneingabe geprüft. Falls die Bedingung zutrifft, so wird der Then- (dann-)Teil, ansonsten der Else-(sonst-)Teil ausgeführt.

Aktivieren Sie Skip to a Question... und anschließend unter Then (dann) die Option Go to next case (zum nächsten Fall springen):

Quittieren Sie mit Continue. Das voreingestellte Verhalten von Data Entry für Else (sonst) (für die Aktion also falls die Bedingung nicht zutrifft) ist einfach die, die Dateneingabe bei der nächsten Frage fortzusetzen:

In diesem Fall muß also nichts an dieser Voreinstellung geändert werden: Über Fertigstellen wird diese gesamte Steuerungslogik akzeptiert und gespeichert.

Inspizieren der Regeln

Die gesamte Prüflogik wird in so genannten Rule Scripts gespeichert, die JScript-Programmcode enthalten. Diese Programme können über Rules + Rule Scripts inspiziert werden. Mit View + Next Rule (bzw. über das Positionierungsfenster) kann von Regel zu Regel positioniert werden. (Solche Programme können auch ediert werden, oder sogar direkt vom Benutzer geschrieben werden, ohne die Schnittstelle des Rule Wizards anwenden zu müssen - Kentnisse der Programmiersprache JScript natürlich vorausgesetzt!)

Als Beispiel: Die eben erzeugte Logik für die dritte Frage lautet:

(Wie man einen Fragebogen und Datendefintionen unmittelbar aus Data Entry kreiert kann steht unter Erzeugen eines Fragebogens unmittelbar aus Data Entry.)

Maskengesteuerte Dateneingabe

Hat man einen Fragebogen erstellt, so kann die Form-Fenster als Maske für das Eintragen von Daten dienen. Wählen Sie im Form-Fenster View + Form Entry (Eintrag über den Bogen) aus. Versuchen Sie nun, folgende drei Datensätze über die eben definierte Fragebogenmaske einzutragen (mit der Tabulatortaste positioniert man von Eingabefeld zu Eingabefeld):

name

alter

intsport

fussball

tennis

rad

Braun

12

ja

ja

 

nein

Roth

13

ja

ja

 

ja

Weiss

14

nein

nein

nein

nein

Grühn

15

ja

nein

nein

nein

Versuchen Sie auch, bewusst das Alter außerhalb des vorgesehenen Bereichs (12 bis 19) einzugeben. Beobachten Sie dabei das Verhalten von Data Entry!

Das Ergebnis des Eintragens sieht man am bequemsten im Form-Fenster unter View + Table Entry:

Versuchen Sie nun in dieser Tabelle (noch im Table Entry-Modus, also) folgenden neuen Fall einzugeben:

name

alter

intsport

fussball

tennis

rad

Grauh

16

ja

ja

 

nein

Sichern Sie diese Datei, schließen Sie Data Entry, und wechseln Sie zu SPSS. Öffnen Sie dort die Datei DE.sav und vergewissern Sie sich, dass alle Daten auch SPSS zur Verfügung stehen. (Die Data Entry-spezifischen Informationen - Regeln, Gestaltung der Fragen und des Fragebogens usw. - sind natürlich innerhalb von SPSS nicht sichtbar.)

Erzeugen eines Fragebogens unmittelbar aus Data Entry

Gestaltung des Bogens

Die Gestaltung des Form-Fensters (und damit des Bogens) geschieht über das schon bekannte, unter View + Toolbox erreichbare Werkzeugkasten dieses Fensters. Das Prinzip bei allen Werkzeugen (außer natürlich dem üblichen Curor) ist gleich: Durch Anklicken des Werkzeugs ändert sich die Darstellung und gleichzeitig auch die Funktion des Cursors. Mit gedrückter linker Maustaste wird ein Objekt positioniert, das dann zur präzisen Gestaltung bereitsteht.

aktiviert den üblichen Cursor.

erzeugt eine Text-Box-Frage, die einen Set (Menge) darstellt, wie oben beschrieben. Nach dem Anklicken dieses Werkzeugs erscheint eine Darstellung der Fragengestaltung, die es erlaubt, die Anzahl der Mitglieder dieses Sets sowie ihre Positionierung festzulegen:

Markieren Sie mit gedrückter linker Taste die Anzahl und Platzierung der Fragen. Nach der Auswahl von zwei Fragen in einer Reihe (Markierung der ersten zwei Symbole in der ersten Spalte) erscheint folgende Gestaltung der Frage, die durch das übliche Nacharbeiten gestaltet werden kann:

erzeugt eine Option-Button (Auswahl-Knopf)-Frage. Die Anzahl und Platzierung der Optionen werden auch hier über ein Gestaltungsfenster realisiert. Hier ein Beispiel einer (noch nicht endgültig definierte) Option-Frage mit zwei Optionen in einer waagrechten Linie:

Check-Box (Kästchen) Frage: Wiederum werden die anzukreuzenden Optionen als Mitglieder einer Menge dargestellt. Auch hier werden die Anzahl und Platzierung der Fragen über ein Gestaltungsfenster realisiert Hier ein Beispiel einer "rohen" Kästchen-Frage mit einer zwei-mal-zwei Formatierung:

Drop-down List (anklickbare Liste): Mögliche Antwortkategorien, die auch hier als Mitglieder einer Menge realisiert werden, werden durch Anklicken der Pfeil-Taste angezeigt. Die Formatierung geschieht wieder über ein Gestaltungsfenster. Hier eine mögliche Variante:

Single-Selection List Box (einfache Auswahl aus Listen): Bei den Fragen dieses Sets (Mitglieder dieser Menge) können bestimmte Antworten markiert werden. Hier ein Beispiel mit zwei Fragen, jeweils mit zwei möglichen Antwortkategorien.

Scale Button matrix (Matrix für Skalenvariablen). Die Formatierung geschieht wieder über das Gestaltungsfenster. Nach Verarbeitung könnte eine so formatierte Frage (zu Trinkgewohnheiten beim Frühstück) so aussehen:

Das Text-Werkzeug zum Erzeugen von fragen-unabhängigem Textangaben wie zum Beispiel Überschriften wurde schon besprochen: Ein einziges Textfeld wird durch Loslassen der linken Maustaste platziert, das in der Größe geändert werden kann. Der textuelle Inhalt dieses Feldes kann beliebig gestaltet werden. (Zur Erinnerung: Ein Zeilenende - Beginn einer neuen Zeile - wird mit Ctrl (Strg) + Enter realisiert.)

fügt eine Grafik (Abbildung) ein. Über Properties + Picture wird die Grafikdatei identifiziert.

Diese beiden Werkzeuge erlauben das Hinzufügen von Rechtecken bzw. Linien, die durch Ziehen des Cursors erzeugt werden.

Verbindung von Fragen mit Variablen

Fragen, die im Form-Fenster mit diesen Werkzeugen erzeugt werden, sind zunächst nicht viel mehr als eine mehr oder weniger hübsche Gestaltung eines Bogens. Erst dann, wenn die Fragen mit Variablen verknüpft (bound oder gebunden) sind, kann der Bogen als Maske für die Dateneingabe oder zum Überprüfen eines Datensatzes eingesetzt werden.

Diese Verbindung geschieht durch Klicken mit der rechten Maustaste innerhalb des Fragenbereichs und die anschließende Auswahl von Variable Properties: Dort kann unter anderem auch ein Variablenname vergeben werden; und somit die notwendige Verknüpfung der Frage mit einer Variablen. Weitere Definitionen, die teilweise schon besprochen wurden, können auch über dieses Fenster festgelegt werden.