
Bild 10: Strahlungsmeßgeräte am Ausleger des Strahlungsmastes

Die Stereoaufnahme zeigt die Meßgeräte zur Messung der Strahlungsbilanz am Strahlungsmast. Die Instrumente sind in ca. 2 m Höhe an einem horizontal ausgerichteten dreiecksförmigen Ausleger montiert. Mit dieser Meßgeräteanordnung lassen sich zumindest indirekt die einzelnen Terme der Strahlungsbilanz bestimmen. Die Meßgeräte liefern durch getrennte Sensoren an der Ober- und Unterseite sowohl die Strahlungsströme aus dem oberen als auch aus dem unteren Halbraum.
Das Gerät auf der linken Seite ist ein Eigenbau des Meteorologischen Instituts der Universität München. Es mißt die Gesamtstrahlung, also die Summe aus der kurzwelligen und der langwelligen Strahlung, nach dem Prinzip von Schulze. Das Instrument wird permanent belüftet und enthält ein Thermometer zur Registrierung der Gerätetemperatur. Der Gewinn bezw. Verlust an Strahlungsernergie im Laufe des Tages ergibt sich aus der Differenz der aus dem oberen und dem unteren Halbraum gemessenen Strahlungsströme.
Das Gerät auf der rechten Seite ist ein Albedometer der Fa. Kipp und Zonen (CM11). Es liefert sowohl den kurzwelligen Anteil der solaren Strahlung (Globalstrahlung, Summe aus der direkten und der diffusen Sonnenstrahlung) als auch den an der Eisoberfläche reflektierten Anteil. Das Verhältnis dieser Strahlungsströme nennt man die kurzwellige Albedo. Sie variiertam Gletscher im Laufe des Tages je nach Einstrahlrichtung der Sonne. In der Nacht ist die kurzwellige Strahlungsbilanz natürlich Null. Dann wird die Strahlungsbilanz allein durch die langwellige Ausstrahlung bestimmt, reduziert um die atmosphärische Gegenstrahlung. Dieser langwellige Anteil wird somit nicht direkt gemessen, sondern ergibt sich als Differenz der Messungen der Gesamtstrahlung und der Globalstrahlung.
Schwierigkeiten ergeben sich dadurch, daß die Instrumente stets korrekt horizontal ausgerichtet sein müssen, um einen absolut vergleichbaren Wert zu liefern. Dies ist trotz vielseitiger Justiermöglichkeiten an der Montagevorrichtung auf der Eisfläche sehr schwierig. Die Einstellung muß häufig überprüft werden, womit immer eine Störung der Messung verbunden ist. Dennoch scheint der Fehler im Verhältnis zu den anderen Fehlerquellen vertretbar bzw. nachträglich korrigierbar zu sein. Besser wäre jedoch eine kontinuierliche Registrierung der Abweichung aus der Horizontalen, wie sie bei der Turbulenzmessung praktiziert wird.