Bild 3: Meßtürme der Energiebilanzstation gegen Osten

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Aufnahmedatum: 9.8.1998                                       Foto: M. Weber, KfG (C) 1998

Das Foto zeigt die drei fest im Eis verankerten Meßmasten der HyMEX98-Energiebilanzstation aus westlicher Richtung. Im Hintergrund ist links der Petersengrat zu erkennen und dahinter die Gipfel des Hinteren Brochkogel (3633 m NN) und der Ötztaler Wildspitze (3772 m NN), der höchsten Erhebung in den Ötztaler Alpen.

Die Station wurde an einer Stelle mit nur geringem Gefälle (<3°) in Südrichtung (nach rechts) auf etwa 3045 m NN errichtet. Sie bestand aus drei Aluminiummasten, die als Instrumententräger dienten. Sie wurden in Form eines Dreiecks angeordnet, um gegenseitige Störeinflüsse auf die Messungen weitgehend auszuschließen. Die beiden meteorologischen Masten standen auf einer senkrecht zur Gefällerichtung orientierten Linie im Abstand von 11 Metern. Der  Mast mit den Strahlungsmeßgeräten wurde 16 m südlich im Lee des Profilmastes aufgestellt, so daß keine Abschattungseffekte bzw. Veränderungen der Eisoberfläche durch die Meßeinrichtung in unmittelbarer Umgebung der Strahlungsmeßgeräte zu erwarten waren.

Der mit 10 m höchste Mast (Bildmitte) wurde mit 6 ventilierten Psychrometern zur Temperatur- und Feuchtemessung sowie 8 Schalenkreuzanemometern zur Messung der Windgeschwindigkeit ausgestattet.  Auf der Spitze des Mastes ist eine Windfahne für die Bestimmung der Windrichtung installiert. Die ca. 80 kg schwere Konstruktion wurde auf einer schweren Fundamentplatte fixiert, die auf vier 1,5 m tief in das Eis mittels dem KfG-eigenen Dampfbohrer versenkten Rohren montiert wurde. Drei Abspannseile im Winkel von 120° zu  schräg in das Eis gebohrten Fixierungsankern sorgten letztlich für die nötige Stabilität der Gesamtkonstruktion und ermöglichten die lotrechte Feinausrichtung.

Die Installation der mit ca. 2,5 m niedrigeren  und leichteren Masten für die direkte Messung der turbulenten Energieflüsse  (links vorne) und die Strahlungsmessungen (rechts hinten) war dagegen einfacher. Hier wurde die Fundamentplatte jeweils auf nur einem in das Eis eingelassenen Aluminiumrohr gelagert.

Zusätzlich mußten noch über 1000 m Analog- und Digitalkabel verlegt werden. Die empfindlicheren Kabel der Turbulenzmeßanlage wurden auf Stützen hochgelagert (links vorne), um ein Einschmelzen in das Eis zu vermeiden. Die gesamte Meßeinrichtung wurde am Meteorologischen Institut der Universität München, Abteilung Meso- und Mikrometeorologie entwickelt und realisiert und zwischen 1989 und 1994 in vielen Feldmeßexperimenten eingesetzt. Der Einsatz im Hochgebirge auf einem Gletscher war dagegen erstmalig. Aber auch unter diesen schwierigen Bedingungen konnte sich die Ausrüstung bewähren.

Deutlich sichtbar ist auch die komplexe Struktur der Eisoberfläche mit ihren unzählichen Schmelzwasserrinnen und viefältigen Ablationsformen. Die sich innerhalb weniger Stunden ständig wandelnde Oberfläche stellt auch das größte Problem bei der Durchführung eines solchen Experimentes dar, denn eigentlich benötigen mikrometeorologische Messungen  weitgehend stationäre Bedingungen. Die Probleme betreffen jedoch nicht allein die Methodik, sondern sind einfach praktischer Art. Die Fixierungsrohre werden durch die Eisschmelze in kürzester Zeit freigelegt, so daß sie regelmäßig nachgebohrt werden müssen und die Anlage wieder justiert werden muß. Dies ist aber nur beschränkt möglich, so daß unter starken Ablationsbedingungen die Dauer eines Experimentes auf wenige Tage begrenzt ist.

Durch die Ablationsvorgänge ändern sich auch kontinuierlich die Meßhöhen  über dem Eis. Diese Änderungen müssen erfaßt und bei der Auswertung der Daten berücksichtigt werden.