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Bild 4: Meßtürme der Energiebilanzstation gegen Norden

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Aufnahmedatum: 9.8.1998          Fotos und Bildbearbeitung: M. Weber, KfG (C) 1999

Diese Stereoabbildung zeigt besonders deutlich die dreiecksförmige Anordnung der Meßtürme. Die Blickrichtung weist hier bergwärts auf das Gelände, das die sogenannten Anlaufstrecke (Fetch) der Messungen bildet. Die Ergebnisse sowohl der Profilmessung als auch der Turbulenzmessungen sind in erster Linie für die hier sichtbare Fläche als repräsentativ anzunehmen. Der im Hintergrund sichtbare Kammeinschnitt ist das Taschachjoch (3235 m NN). Die Entfernung von der Station zu diesem bekannten Übergang zum Taschachhaus beträgt Luftlinie 1200 m, der Höhenunterschied knapp 200 m. Im Mittelgrund ist eine Abflachung zu erkennen, in der sich während des HyMEX98-Experimentes im August 1998 regelmäßig zur Mittagszeit ein Schmelzwassersee  bildete. An dessen Ausfluß in eine Mühle erfolgte eine Serie von Tracer-Einspeisungen zur Untersuchung der intraglazialen Abflußvorgänge.

Im Vordergrund ist der 2,5 m hohe Strahlungsmast und das zugehörige Meßfeld zu erkennen, in das zusätzlich ein mit 5 Thermometern bestückter, 50 cm langer Meßstab zur Messung der Eistemperatur in den Tiefen 2, 5, 10, 20 und 50 cm eingelassen wurde. Links daneben befindet sich ein Meßfeld mit Pegel zur Bestimmung der Ablation (Abschmelzrate).

Hinter dem Strahlungsmast ist unter einer bläulichen Schutzplane die Anschlußelektronik des Profilmastsystems PS89 verborgen. Am Profilmast selbst sind die Ausleger mit den Schalenkreuzanemometern zur Messung der Windgeschwindigkeit und den Psychrometern mit Ventilatoreinheit und Wasservorratsgefäß zur Messung der  Trocken- und Feuchttemperatur zu erkennen. Die Anordnung der Meßstellen ist entsprechend der logarithmischen  Änderung von Temperatur und Wind mit der Höhe, wie man sie üblicherweise in der bodennahen Grenzschicht vorfindet, gewählt . Demnach sind die Änderungen unmittelbar über dem Eis am größten. Über einem temperierten Gletscher wie dem Vernagtferner dominiert jedoch die Situation mit einem Maximum der Windgeschwindigkeit in etwa 2 bis 4 m Höhe über dem Eis (Gletscherwind). Um die Lage dieses Maximums besser ermitteln zu können, wurde die Messung der Windgeschwindigkeit in diesem durch zusätzliche Meßhöhen verdichtet.

Die Turbulenzmessungen (am linken Bildrand) wurden in etwa 2,6 m Höhe über dem Eis je nach Situation im Niveau des Gletscherwindmaximums, zeitweilig auch knapp darunter oder darüber durchgeführt.