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Katalog zur Ausstellung in der Bayerischen Staatsbibliothek München
Probeartikel zu den Katalognummern 68 und 69


68
Medaille des Viglivs Zuichemus ab Ayta (Vigilus van Zwichem), 1556
 Medailleur: Jaques Jonghelinck, Silber, 54 mm
 Staatliche Münzsammlung München

Abbildung zu Nr. 68

Auf dem Avers der Medaille ist ein nach rechts schauendes Brustbild des vollbärtigen, aus Friesland stammenden niederländischen Staatsmannes und Juristen, Professors für beiderlei Recht in Bourges und Ingolstadt, Viglius Ayta von Zwichem (1507-1577) in pelzverbrämten Talar mit Haube wiedergegeben. Auf der Rückseite der 1556 vom niederländischen Goldschmied und Medailleur Jacques Jonghelinck (1531-1606) geschaffenen Medaille befindet sich die Imprese des Senators des hohen Rates zu Mecheln und niederländischen Geheimen Rats-Präsidenten. Unter dem als Motto dienenden, offensichtlich auf seinen Namen anspielenden, leicht variierten Plinius-Zitat VITA MORTALIVM VIGILIA (C. Plinius Secundus: Historia naturalis I, Praefatio 18f.) ist ein mit seinem Wappen versehener Tisch zu sehen, auf dem sich eine Sanduhr, ein Leuchter mit brennender Kerze sowie ein aufgeschlagenes Buch mit den Worten DE|VS (linke Seite) OP|[TI]MA (rechte Seite) befinden. Die darunter plazierte, verzierte Schrifttafel gibt als Entstehungsjahr der Medaille das Jahr 1556 an. Die später in die Sammlung der Emblemata des Hadrianus Junius aufgenommene Imprese <vgl. Nr.69> verweist auf den Erwerb von Ruhm durch Gelehrtenfleiß.

Lit.: Vita Viglii ab Aytta Zuichemi ab ipso Viglio scripta, nec non Joachimi Hopperi et Joannis Baptistae Tasii opera historica ... atti-neata. Bd. 1/1. Den Haag 1743 (zur Person). - P. L. Müller: Art. Viglius (friesisch Wigle oder Wiger) von Aytta von Zuychem. In: ADB 39, S. 699-703. (zur Person). - Simonis: L’art du Médailleur. Bd. 2, S. 84 mit Tafel VII,4. - van Loon: Histoire métallique, Bd. 1, S. 40f.

Gilbert Heß


69
Hadrianus Junius: Emblemata, ad D. Arnoldum Cobelium. Aenigmata ad D. Arnoldum Rosenbergium. Antwerpen 1565.
 BSB: Res/L.eleg.m. 458 m

Abbildung zu Nr. 69

Die vorliegende Erstausgabe des vom Arzt Hadrianus Junius (Adriaan de Jonge, 1511-1575) herausgegebenen Werkes erschien 1565 in Antwerpen. Die 58 numerierten Embleme werden in einem am Schluß befindlichen Prosakommentar erläutert. Dem Werk beigebunden ist der Hadriani Iunii medici aenigmatum Libellus. Die Holzschnitte zu den Emblemen fertigten Geerard van Kampen (nachweisbar 1564-1592) und Arnaud Nicolai (nachweisbar 1550-1596) nach Zeichnungen von Geoffroy Ballain und Pieter Huys (1519?-1581?). In einer Auflage von 1585 wurden vier weitere Embleme hinzugefügt. Ein Großteil der im Buch vereinigten Sinnbilder wurden von späteren Emblembuchautoren übernommen.
Das Emblem Nr. 5 unter dem Motto Vita mortalium vigilia, das aus der Imprese des Viglius von Zwichem hervorgegangen ist, ist dem Impresenträger gewidmet. Die Bildlichkeit der pictura ist bis ins Detail übernommen und lediglich durch die Studierstube, in der sich der weiterhin mit dem Wappen des Zwichem versehene Tisch befindet, ergänzt worden. Das Epigramm deutet das Emblem als Zeichen für den durch Fleiß erarbeiteten Nachruhm.

Lit.: Henkel/Schöne, S. XLVIf. - Landwehr (1988), Nr. 399. - Max Rooses (Hg.): Les emblèmes d’Hadrianus Junius. Réimpression de 1’édition Plantinienne de 1565 tirée sur les bois originaux avec préface de M. Rooses. Antwerpen 1901.

Gilbert Heß


Letzte Aktualisierung: 17.09.1999
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