SoSe 1999
Grundkurs: Einführung in die Sprachwissenschaft
Tsuyoshi Ito
Institut für Allgemeine und Indogermanische
Sprachwissenschaft, LMU München
II. Phonetik und Phonologie
Abstrakt:
- Alltäglich werden zwei Formen der Sprache gebraucht: (1) Schrift
in Zeitungen, Büchern u.a. und (2) Laut in Radio, Gespräch
usw.
- Man nimmt dabei an, daß lautliche Sprache primäre Form der
Sprache ist, und daß schriftliche Sprache erst später für die
Dokumentation entwickelt wurde. (Es gibt Völker, deren Sprache keine
Schrift kennt; Kinder lernen zuerst lautliche Sprache.)
- Übertragung der Information durch lautliche Sprache ist durch das
Sprechtempo, und somit in der übertragbaren Menge pro zeitlichen Einheit
begrenzt.
- Geschriebene Sprache dagegen kann (auch durch visuelle Unterstützung)
schneller und mehr Information als lautliche Sprache vermitteln.
* Phonetisches Symbol
*** IPA
* Lautqualität, -quantität, Lautwert
2. Analyse der Sprachlaute
Abstrakt:
- Für die Analyse der Sprachlaute gibt es zwei Vorgehensweisen je nach
dem gesichteten Aspekt des Sprachlautes, und zwar (1) phonetische
und (2) phonologische Vorgehensweise.
- Phonetik schließt wenigstens 3 Teilbereiche ein:
- Artikulatorische Phonetik: vom Standpunkt des Sprechers
- Auditive Phonetik: vom Standpunkt des Hörers
- Akustische Phonetik: behandelt die physische Schallwelle
zwischen Sprecher und Hörer.
- Phonologie läßt sich in Phonemik,
Morphophonologie u.a. gliedern. Die letztere bezieht sich
einerseits auf Form (Morphem) und Sprachlaut (Phonem) und andererseits auf ihre
Beziehung zueinander.
- Neben der Tradition der Phonetik / Phonologie existiert auch eine Methodik
im Rahmen der generativen Grammatik, genannt generative Phonologie.
- Sprachlaute werden der zeitlichen Achse entlang, sukzessiv produziert. Bei
der Analyse der Sprachlaute kommt es darauf an, welche Einheit zur Analyse
herangezogen wird und wie groß diese Einheit in der zeitlichen Dimension
sein soll.
- Grundlage der Analyse der Sprachlaute:
- Segmentierung der Sprachlaute
- Überlegung über die Modellbildung und das Phonemsystem
** Phonetik und Phonologie
*** Artikulatorische, akustische und auditive Phonetik
*** Phonologie, Phonemik und generative Phonologie
* Evidenz der Opposition
* Morphophonemik, Morphonologie (Morphophonologie)
Abstrakt:
- Wenn wir sprechen, sprechen wir in einem Zug, in einer Folge von Einheiten,
so daß wir die Bedeutung dieser Form dem Gesprächpartner mitteilen können.
- Man versteht das Wort "Netz" nicht mehr, wenn man wie "N...etz"
mit einer Pause zwischen /n/ und /ets/ spricht."Netz" muß also
als Folge von /nets/ gesprochen werden.
- Andererseits unterscheidet der Hörer einzelne unterscheidbare
Einheiten (in seinem Kopf) in Zusammenhang mit der Bedeutung. Bsp:
- Netzwerk vs. Netzfang: Unterscheidung in "Werk" und "Fang"
- Netz vs. Nutz: Unterscheidung in einzelnen Lauten /e/ und /u/
- Diese /e/, /u/ und weitere einzelne Laute werden miteinander verkettet
und bilden Wörter als zusammenhängender Strom.
- (Segmental-) Phoneme bezeichnen solche Phone (Sprachlaute), die als
einzelner Laut segmentiert werden können, die selbst aber klein genug und
nicht weiter segmentierbar sind.
- Gängige Klassifikation der Segmentalphoneme: Vokale,
Konsonanten, Halbvokale u.a.
- Biologische Grundlage der Spechorgane hat jeder Mensch. Individuelle
Beschaffenheit wie Größe des Nasen- und Vokaltrakts bestimmt den
Klang der Stimme. Die Produktion der Sprachlaute ist jedoch für jeden ungefähr
gleich.
- Konsonanten werden durch artikulierende Organe wie Zunge, Lippen,
Unterkiefer u.a. durch Änderung des Luftstroms produziert.
- Vokale erfahren keine große Änderung des Luftstroms. Der
sogenannte Halbvokal steht von seiner Eigenschaft her zwischen Vokal und
Konsonant.
*** Phonem, phonologische Klasse, Allophone
*** Distinktive Merkmale und phonetische Merkmale
siehe auch "Systematische Beschreibung
des Sprachlautes (Phons) durch die artikulatorischen Parameter".
** Vokale
** Plosiv
** Frikativ
** Affrikate
** Nasal
** Lateral
* Halbvokal, Gleitlaut
* Artikulationsstelle
Abstrakt:
- Für den praktischen Gebrauch der Sprache reicht die Produktion der
einfachen Folge von Phonemen nicht aus. Dafür benötigt Sprache tonalen
Ablauf, Akzent oder Intonation in ihrer Folge von Einheiten.
- Wörter der sogenannten Ton- bzw. Ton-Akzent-Sprachen kennen einen
bestimmten Typ des Tonverlaufs.
- Intonation bezieht sich wie Ton auf die Steigung und Senkung der Tonhöhe,
jedoch über die ganze Äußerung hinweg.
- Ton, Akzent, Intonation tragen jeweils bestimmte Funktion (analog zum
Phonem), jedoch greifen sie über die Segmente der Phoneme (daher
Suprasegment).
* Tonhöhe
* Stress, Druck- und Tonakzent
* Junktur
©Tsuyoshi Ito 1997-1999
Institut für Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft,
LMU München