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Der Artikel über Adolf Hitler im "braunen Meyer" ist ein Werkzeug der Propaganda im Dritten Reich. Einige Artikel der achten Auflage wurden von Mitgliedern der Parteiamtlichen Prüfungskommission abgefasst oder geändert; so auch der Artikel über Hitler, der vermutlich von Philipp Bouhler verfasst wurde.
Hauptzweck dieses Artikels ist die Schaffung eines Führermythos'.
Einen wichtigen Beitrag zur Verbreitung und Einprägung der Ideologie im Artikel leistet - aus mehreren Gründen - auch Hitlers Schrift "Mein Kampf":
- Das Werk erhält durch die Häufung (über 30) der aus ihm entnommenen Zitate den Status eines allgemeinverbindlichen Nachschlagewerks, zumal da "Mein Kampf" in den meisten deutschen Haushalten vorhanden war.
- Durch die wörtlichen Zitate, auch aus Hitlers Reden, entsteht der Eindruck, als spräche der Führer selbst zum Volk.
- Anregung zur weitergehenden, selbstständigen Lektüre im Werk selbst bieten die Angaben der Seitenzahlen.
- Einzelne, auch durch andere Medien verbreitete Worte Hitlers prägen sich dem Leser durch die erneute Wiederholung in diesem Artikel immer tiefer ein. Zitierte Aussagen Hitlers über sein eigenes Leben tragen entscheidend zur Stiftung des Mythos' um seine Person bei.
- Im Artikel selbst wird die Bedeutung von "Mein Kampf" durch ein Zitat aus einer Rede Rosenbergs noch einmal ausdrücklich erwähnt: Das Werk wird als "Monument unserer Epoche" (Meyers Lexikon, 8. Aufl., Sp. 1274) bezeichnet.
Die Bedeutung des Artikels fällt durch die formale Anordnung innerhalb des Lexikonbandes sofort ins Auge:
- An der Stelle, an der der Name Hitler dem Alphabet zufolge zu finden ist, steht nur ein kleiner Verweis auf den eigentlichen Artikel, der auf der nächsten Seite oben beginnt.
- Der Text selbst ist durch gesperrt gedruckte Schlagwörter grob gegliedert.
Zwei Seiten mit Abbildungen greifen die zentralen Aspekte des Artikels auf und verstärken auf visueller Ebene die propagandistischen Botschaften an den Leser.
Quelle:
Meyers Lexikon in neun Bänden [unvollständig]. Band fünf. Achte Auflage, Leipzig: Bibliographisches Institut AG 1938.
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