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Am 15.3.1934 wurde von Rudolf Hess, dem Stellvertreter Hitlers, die Errichtung der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des nationalsozialistischen Schrifttums festgelegt und Philipp Bouhler zum Vorsitzenden ernannt.
Aufgaben der PPK
- Die Verbreitung falscher, mit den Zielen und der Ideologie der Bewegung nicht übereinstimmender Darstellungen des Nationalsozialismus sollte verhindert werden.
- Alle Bücher und Schriften, die auf irgendeine Weise den Nationalsozialismus behandelten und als nationalsozialistisch bezeichnet wurden, mussten der PPK vorgelegt werden.
- Nachdem ein Gutachten erstellt worden war, erhielt das Schriftstück entweder den "Unbedenklichkeitsvermerk" und wurde in die NS-Bibliographie eingetragen.
- Anderenfalls erhielt es diesen Vermerk nicht. Dann durfte das Werk entweder nicht publiziert werden, oder aber es entfiel zumindest die parteiamtliche Förderung.
Einfluss der PPK auf deutsche Lexika
- Die großen deutschen Lexika unterlagen einer starken Kontrolle und Einflussnahme durch die PPK.
- Bei der Neuauflage des "Großen Brockhaus" beispielsweise wurden mehr als 100 Stichworte von der PPK bearbeitet.
- Noch stärker war die Einflussnahme der PPK auf die achte Auflage von Meyers Lexikon:
Jedes Stichwort wurde überprüft und alle Artikel, die die Politik betrafen, wurden von Mitarbeitern der PPK verfasst. Autor des Hitler-Artikels war wahrscheinlich Philipp Bouhler.
Im Ausland erhielt die achte Auflage äußerst schlechte Beurteilungen.
Quelle:
Barbian, Jan-Pieter: Literaturpolitik im "Dritten Reich". Institutionen, Kompetenzen, Betätigungsfelder. Frankfurt am Main: Buchh.-Vereinigung 1993, S. 128-137.
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