Sitzung / Thema: 10.05.2001 Brockhaus
Copyright ©: by Daniela Weber, zuletzt geändert am 22.08.2001

Brockhaus:
Konzeption und Redaktion

Überblick:

Redaktionsleitung, Fachredaktionen, Bildredaktion, Organigramm eines Lexikon-Verlags


Die 5. Auflage des Conversationslexikons (1819-1820) wurde erstmals mit einer wissenschaftlichen Systematik und unter Mitarbeit von Fachleuten erstellt. Außerdem wurden die Inhalte untereinander abgestimmt.

Die Redaktionsleitung

entscheidet,

  1. welche Begriffe unter welcher Bezeichnung aufgenommen werden (Stichwort- / Schlagwortverzeichnis [1]).
  1. Sie organisiert die Verweisstruktur und das Register nach einem einheitlichen System (Auffindbarkeit) und überprüft die Daten der Artikel und Bibliographien. Außerdem achtet sie auf die Einheitlichkeit der Schreibstile.
  1. In Zusammenarbeit mit den einzelnen Fachredaktionen (z.B. Politik und Zeitgeschehen, Literaturwissenschaften, Naturwissenschaften) werden die Anteile der einzelnen Fachgebiete an der Gesamtenzyklopädie festgelegt.

Die Fachredaktionen

werden seit dem Beginn der explosionsartigen Vermehrung des Wissens gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt.

  1. Im Zuge der Technisierung und des Fortschritts der Wissenschaften sind spezialisierte verlagsinterne Fachredaktionen sowie freie Mitarbeiter im Lexikonverlag unerläßlich.

  1. Sie gewährleisten Aktualität und Kompetenz durch Spezialwissen auf ihrem Gebiet.

  1. Sie koordinieren und akquirieren freie Mitarbeiter der einzelnen Fachdisziplinen und pflegen Kontakte zu Fachgremien, Institutionen.

  1. Sie werten Fachpresse, Monographien, Zeitschriften etc. aus und verarbeiten Daten ihres Wissensgebiets für das Dokumentationsarchiv.

Die Bildredaktion

liefert in Abstimmung mit den Fachredaktionen entsprechend der Vorgaben Bildmaterial.


[Bildquelle :Zum Hingst, siehe Anhang]


Das Lexikon der Gegenwart umfaßt viele hundert Sondergebiete, deren jedes von einem Fachmann bearbeitet werden muß. So gehören nicht nur Mediziner, Juristen, Theologen zu den Mitarbeitern, sondern auch ein Schäfereidirektor, der über Gemüsebau zu schreiben hat; die Geschichte der Städte wird von den Stadtarchivaren dargestellt; Sportlehrer und Hauswirtschaftslehrerinnen äußern sich über Turnübungen oder Küchengeräte, Museumsdirektoren über volkskundliche und kulturgeschichtliche Fragen, die Werbeleiter wichtiger Betriebe über Geschichte und Bedeutung ihrer Firmen. [Hübscher, S. 244]


[1] Stichwort- / Schlagwortverzeichnis: In einem Stichwortverzeichnis sind alle Wörter verzeichnet, die im Titel vorkommen, während das Schlagwortverzeichnis die gezielte und detaillierte Suche nach bestimmten Gebieten ermöglicht [ Bramann et al., S. 351/352].