Sitzung / Thema: 10.05.2001 Brockhaus
Copyright ©: by Katrin Pollems-Braunfels, zuletzt geändert am 22.08.2001

Die Brockhaus-Enzyklopädie

Zitate zur Illustration

Inhaltsübersicht der Seite

  • Vorrede: Diderot und dŽAlembert im 1.Band der "Encyclopédie", 1751
  • Vorbericht "Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste", hrsg. von I. S. Ersch und I. G. Gruber, 1818
  • Titel der 2. Auflage des "Brockhaus"
  • Potentieller Titel der 4. Auflage des "Brockhaus" 1817 / 1819
  • Vorrede zum 15.Band der 11. Auflage des "Brockhaus", 1868
  • Vorbemerkung zu "Pierers Konversations-Lexikon", 7. Auflage, 1. Band 1888
  • Florian Langenscheidt: "Vorwort des Verlegers" zur Enzyklopädie 2000 gestaltet von André Heller, 1998

"Discours préliminaire des éditeurs" von Diderot und dŽAlembert, im 1. Band der "Encyclopédie, ou Dictionnaire raisonné des Sciences, des Arts et des Métiers" von 1751

"LŽouvrage dont nous donnons aujourdŽhui le premier volume, a deux objets: Comme Encyclopédie, il doit exposer autant quŽil est possible, lŽordre & lŽendainement des connoissances humaines: comme Dictionaire raisonné des Sciences, des Arts & des Métiers, il doit contenir sur chaque Science & sur chaque Art, soit libéral, soit méchanique, les principes généraux qui en sont la base, & les détails les plus essentiels, qui ent sont le corps & la substance."

"Allgemeine Enzyklopädie der Wissenschaften und Künste in alphabetischer Folge", hrsg. von I. S. Ersch und I. G. Gruber, ersch. von 1818 an, 1831 vom Brockhaus-Verlag übernommen, und 1889 eingestellt.

"Vorbericht: Unser Unternehmen bezweckt [...] nichts Geringeres, als eine umfassende Bearbeitung aller Wissenschaften und Künste, nach ihren einzelnen Theilen und Gegenständen, gemäß dem seit etwa drei Jahrzehnten ungemein veränderten Zustande der Literatur und Kunst, von Schriftstellern, deren Namen die Achtung und das Vertrauen der literarischen Welt längst sich erworben haben, so viel möglich für das ganze gebildete Publikum, und zwar in alphabetischer Folge. Aehnliche Werke erhielten die Franzosen durch Diderot und dŽAlembert, die Engländer durch Chambers, Rees u.A. unter dem Titel einer Enzyklopädie. Unsere Enzyklopädie soll alle Fächer des menschlichen Wissens und Könnens vollständig umfassen, die Kunstausdrücke kurz erläutern, alle wichtigen Gegenstände gründlich und befriedigend behandeln, nöthigenfalls mit Verweisung auf die Quellen zur weitern Belehrung."

Titel der 2. Auflage der Brockhaus-Enzyklopädie von 1811:

"Conversations-Lexikon oder Hand-Wörterbuch für die gebildeten Stände über die in der gesellschaftlichen Unterhaltung und bei der Lecture vorkommenden Gegenstände, Namen und Begriffe, in Beziehung auf Völker und Menschengeschichte; Politik und Diplomatik; Mythologie und Archäologie; Erd-, Natur-, Gewerb- und Handlungskunde; die schönen Künste und Wissenschaften: mit Einschluß der in die Umgangssprache übergegangenen ausländischen Wörter und mit besonderer berücksichtigung auf die älteren und neuesten merkwürdigen Zeitereignisse." [Hübscher S. 76]

Potentieller Titel für die 4. Auflage des "Brockhaus", 1817 / 1819 , der in einer Vorbemerkung dem Kunden zur Weitergabe an den Buchbinder freigegeben wurde

"Allgemeine Hand-Enzyklopädie für die gebildeten Stände in alphabetischer Ordnung und in zehn Bänden" [Zum Hingst S. 117]

Zielgruppen und Funktionsbestimmung in einer Vorrede, gezeichnet "Redaktion und Verlagshandlung" zum 15. Band der 11. Auflage des "Brockhaus", 1868

"Das Conversations-Lexikon [hat] die Flüssigmachung und Popularisierung der wissenschaftlichen, künstlerischen und technischen Ergebnisse, nicht für die die geschäftliche Praxis, sondern für die Befriedigung und Förderung der allgemeinen Bildung zur Aufgabe. [...] Denn jene allgemeine Bildung ist nichts Geringeres als die humane Bildung, welche das Individuum innerhalb des Culturlebens seiner Zeit erlangt, die für ihren Ausgangspunkt die Berufsbildung voraussetzt und, wie den intellectuellen so den moralischen Menschen umfassend, als der Quellpunkt socialer und nationaler Kraft und Entwicklung betrachtet werden muß.[...] Den Kreis der Ideen und Thatsachen, wie er sich für den einzelnen unabsehbar in Geist, Geschichte und Natur auseinanderlegt, in begrenztem Rahmen, gleichsam als Mikrokosmos, zur Anschauung zu bringen, nicht zur Lösung eines wissenschaftlichen Problems oder zur Uebung einer Kunstfertigkeit, sondern um den Menschen als solchen mit der Welt, die über seinen alltäglichen Horizont hinausliegt, bekannt zu machen, indem ihm die Einsicht in den Begriff und den organischen Zusammenhang der Dinge, sowie die Uebersicht über das Ganze, wenn nicht erschlossen, so doch erleichtert wird."

"Pierers Konversations-Lexikon", 7. Auflage, 1. Band 1888 Ungezeichnete Vorbemerkung auf dem Innendeckel zur Abgrenzung gegenüber anderen Lexika

"Der oft hervorgehobene vorzug des >Pierer<: Sich nicht allein von den allgemeinsten Bedürfnissen, von den Tagesinteressen und den besonderen die Gegenwart beherrschenden Strömungen leiten zu lassen, sondern eine schöne Gleichmäßigkeit auf allen Gebieten anzustreben, ist ihm auch in dieser neuen Auflage gewahrt geblieben. Der >Pierer< behandelt mindestens die gleiche Anzahl von Sachen, Begriffen, Personen etc. aus der neueren und neuesten Zeit, wie jedes andere derartige Werk, speichert aber zugleich die größtmögliche Wissensmenge aus der Vergangenheit auf, um so den verschiedensten Bedürfnissen gerecht zu werden und jedem Benützer Gelegenheit zu geben, sich in allen Sätteln zurechtzufinden. [...] Eingeordnet in das Gesamtalphabet des Konversationslexikons, meist in unmittelbarer Verbindung mit dessen Artikeln, findet der Benützer die Uebertragung des deutschen Wortes in zwei tote und zehn lebende Sprachen. [...] Der eminente Vorteil des >Universal-Sprachen-Lexikons< liegt klar auf der Hand. Er tritt beim >Pierer< umso vorteilhafter hervor, als dieses Lexikon durch die bisher ungekannte und ungeahnte Erweiterung den auf die Konversationslexika im allgemeinen angewandten Ausspruch, >daß sie eine ganze Bibliothek ersetzen,< im vollen Sinne erst an sich zur Wahrheit macht."

Florian Langenscheidt: Vorwort des Verlegers. In: "Ein Überblick" zur von André Heller gestalteten Enzyklopädie 2000

"Die Brockhaus Enzyklopädie in 24 Bänden als führendes Nachschlagewerk in deutscher Sprache sollte ein Gewand erhalten, in dem sie nach langer und großer Tradition stolz, sichtbar und erhobenen Hauptes in das nächste Jahrtausend gehen würde. Epochenbilanz und Wissensspeicher der Menschheit – beides sollte in einer limitierten Jahrtausend-Edition künstlerische Gestalt erhalten, und zwar ganz bewußt in der Sinnlichkeit des Mediums Buch. [...] Was Heller schuf? Wenn eine Enzyklopädie die Vielfalt der Welt sprachlich zu fassen versucht, geht er diese Aufgabe auf einer zweiten Wahrnehmungsspur sinnlich-plastisch an. Zu der inneren Reise um die Welt auf den 17 500 Buchseiten der 24 Bände gesellt sich eine äußere auf den Buchumschlägen, zu der sie der Künstler ganz persönlich einlädt. Es entsteht ein Setzkasten von Welt und Menschheit, umspielt von Zeit und Weltreisen durch das Reich der Schriften und einen dreidimensionalen Rundgang durch die Geschichte der Architektur. Aber sehen und staunen sie selbst."